Skiurlaub

Naturbegeisterte stürmen die abtauenden Berge

Die Sonne gewinnt mit jedem Tag ein wenig mehr an Kraft, die letzten Schneereste schmelzen und die Natur wird immer bunter. Blumen sprießen, die Wiesen erholen sich von der Schneelast und werden wieder grün. Spätestens diese Zeichen sagen ganz klar: Die neue Wandersaison wird eingeläutet und mit Ungeduld wird darauf gewartet, dass auch die letzten Bergspitzen vom Schnee befreit werden, um sie zu erklimmen.

Neben dem Skiurlaub gehört der Wanderurlaub zu den beliebtesten Urlauben der Schweizer. Eine österreichische Touristin bemerkte erstaunt: „Ich hätte nicht erwartet, dass so viele Schweizer in ihre eigenen Berge gehen und mindestens genauso davon begeistert sind wie wir.“ Viele Hotels und Gasthäuser, die in Gebieten gelegen sind, in denen sowohl Winter- als auch Sommersport betrieben wird und die zahlreiche Urlauber anlocken, blicken getrost in die Zukunft. Trotz vieler skeptischer Stimmen erwies sich die Skisaison 2009/2010 als durchaus erfolgreich, die Wirtschaftskrise konnte den Sportbegeisterten nichts anhaben.

Die Wanderer sind aber in der Regel genügsamere Urlauber als die Skifahrer, die Ansprüche sind niedriger, aber auch die Bereitschaft Geld auszugeben. Dies erkannte die Schweiz jedoch rechtzeitig und hat sich deshalb in den vergangenen Jahren vermehrt bemüht, durch billige Preise weitere Urlauber anzulocken. Mit Erfolg, denn mittlerweile verbinden immer mehr Wanderfreunde eine günstige Reise mit der Schweiz.

Die finanziellen Anreize alleine sorgen aber nicht für die große Beliebtheit der Schweizer Alpen bei den Bergbegeisterten, sondern vielmehr die Pflege, die den Bergen zuteil wird. Steige und Hütten werden vorbildlich gepflegt, Wege befestigt, Wegweiser erneuert, Schutzzäune errichtet und alle weiteren Maßnahmen ergriffen, die zu einer höheren Sicherheit der Bergsteiger beitragen. Dieses Verantwortungsbewusstsein wird honoriert, sowohl von den Einheimischen als auch den Touristen. Die Berge sind ein unschätzbares Kapital, das geschützt und gepflegt werden muss, Sommer wie Winter. Die Schweiz zeigt Verantwortung und nimmt in diesem Bereich leider immer noch eine Vorreiterrolle ein, denn die europäischen Nachbarn wollen oder können keine vergleichbaren Investitionen tätigen. Die Balance in der Schweiz stimmt, Alle ziehen an einem Strang, denn ihre gemeinsame Zukunft hängt davon ab – da zeigt das kleine Bergvolk den großen Nachbarn einmal mehr, wie man es machen sollte.