BUND klagt gegen Stuttgart 21(Date: Tue, 08 Mar 2005 17:40:46 +0100
)
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BUND Regionalverband Stuttgart
7. März 2005
BUND klagt gegen "Stuttgart 21"
Neuer Kopfbahnhof ist die bessere Lösung - nicht nur für die Bahnreisenden
Stuttgart. Klage gegen Stuttgart 21: Der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg, hat am Wochenende
beschlossen, eine Verbandsklage gegen den ersten
Planfeststellungsbeschluss von "Stuttgart 21" einzureichen. Der BUND
kritisiert vor allem, dass die Entscheidung gegen einen modernisierten
Kopfbahnhof und für einen unterirdischen Durchgangsbahnhof aufgrund
fehlerhafter Abwägung getroffen wurde. Eine Folge dieser Entscheidung
wären umfangreiche Eingriffe in die Natur. BUND-Landesvorsitzende Dr.
Brigitte Dahlbender: "Ein modernisierter Kopfbahnhof ist nicht nur
kostengünstiger, sondern auch aus Sicht der Bahnreisenden viel
sinnvoller und mit weniger Eingriffen in die Natur zu realisieren. Mit
unserer Klage gegen ,Stuttgart 21' wollen wir eine Aufhebung des
Planfeststellungsbeschlusses erreichen."
Die vom BUND vorgeschlagene Variante, den Stuttgarter Kopfbahnhof zu
modernisieren, ist bisher von vielen Seiten gelobt worden. "Selbst mit
einem Anschluss an die Neubaustrecke nach Ulm und den Flughafen würde
diese Lösung mit ca. 1 Mrd. Euro nur ein Drittel des Großprojekts
Stuttgart 21 kosten", so Dr. Dahlbender: "Würde man auf diese Anschlüsse
verzichten, würden die Kosten mit ca. 300 Mio. Euro nur ein Zehntel der
Kosten von Stuttgart 21 (mindestens 3 Mrd. Euro) ausmachen." Der BUND
kritisiert, dass die unterirdische Lösung ein "Alles oder
nichts-Großprojekt" sei, im Gegensatz dazu könnte der Kopfbahnhof
schrittweise ausgebaut werden.
Der neue 16-gleisige Kopfbahnhof würde nicht nur wesentlich weniger Geld
kosten, er wäre auch viel leistungsfähiger: Da er über mehr Gleise
verfügen würde als der nur 8-gleisige Durchgangsbahnhof, könnten mehr
Züge gleichzeitig ein- und ausfahren - die Reisenden würden von mehr,
besseren und pünktlicheren Zuganschlüssen profitieren (integraler
Taktfahrplan). Damit würde die Bahn im Wettbewerb mit anderen
Verkehrsmitteln an Attraktivität gewinnen.
Der von der Deutschen Bahn geplante unterirdische Durchgangsbahnhof
hätte nicht nur schlechtere Reisemöglichkeiten zur Folge, auch die
Eingriffe in die Natur hätten erhebliche Folgen, erklärt Dr. Dahlbender:
"Die einzigartigen Stuttgarter Mineralwasservorkommen wären durch die
umfangreichen Tunnelbauten gefährdet." Durch die Absenkung des
Grundwassers während der mindestens achtjährigen Bauzeit wäre ein
Großteil des Baumbestandes im Schlossgarten gefährdet. Im Mittleren
Schlossgarten müssten Hunderte von Großbäumen gerodet und der Park
komplett umgegraben werden, um Platz zu schaffen für den Betontrog des
neuen "Kellerbahnhofes". Bei der Modernisierung des Kopfbahnhofes würde
es hingegen keinerlei Eingriffe in den unersetzbaren Stuttgarter
Schlossgarten geben.
Quelle: http://vorort.bund.net/stuttgart/
Laut http://www.swr.de/nachrichten/bw/2005/03/07/index23.html will der
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor dem Verwaltungs-
gerichtshof in Mannheim gegen den Planfeststellungsbeschluss klagen.
Jan Marco Funke